Sicherheit vor Tätern aus den eigenen Reihen
09.05.2018
Erfolgversprechende Forschung mit den Universitäten Berlin, Hamburg und Kassel sowie Kentix und secuvera

Kriminelle Taten von Mitarbeitern und Kollegen sind oft nur sehr schwer zu erkennen: Sie haben detaillierte Kenntnisse und Berechtigungen, können Sicherheitssysteme abschalten, umgehen Überwachungssysteme, manipulieren und verschleiern. Sie agieren überaus unauffällig. 

 

VOMATEC, Kentix GmbH und secuvera GmbH sowie die Universitäten Berlin, Hamburg und Kassel gehen dieses Problem in einem Forschungsprojekt nun an: Dank kluger Erkennungstechnik und automatischer Meldungen von Verhaltensauffälligkeiten sollen kriminelle Pläne frühzeitig erkannt und Innentäter besser überführt werden.

 

Fallen ungewöhnliche Ereignisse vor, schlägt die Technik Alarm

In einem Test probten die Partner nun kürzlich die Praxis, unter Einbindung des VOMATEC-Sicherheitsmanagementsystems ARIGON® PLUS. Neben Meldungen aus den Zutrittskontrollsystemen von Kentix werden auch Informationen über Systemzustände und -veränderungen aus ARIGON® PLUS automatisch an einen Demonstrator der Universität Hamburg übermittelt. Dort werden personenbezogene Daten durch Pseudonyme ersetzt und diese für eine begrenzte Zeit in einem gesicherten Datentresor gespeichert.

 

Eine automatische Erkennungstechnik der Technischen Universität Berlin (DAI-Labor) ermittelt nun, ob bestimmte Ereignisse vorfallen, die ungewöhnlich sind. In einem solchen Fall schlägt die Technik Alarm. Die Warnung wird über die Software ausgegeben. Liegt nun ein begründeter Verdacht vor, kann der Tresor nur gemeinsam von mehreren Zuständigen – beispielsweise dem Betriebsleiter und einem Betriebsratsmitglied – geöffnet und die pseudonomisierten Daten entschlüsselt werden. Auf diese Weise können die Verdächtigten zur Rede gestellt und ihr Verhalten zur Sprache gebracht werden.

 

Damit der Ablauf im Einklang mit dem Datenschutz bleibt, prüfen Mitarbeiter der Universität Kassel die Rechtskonformität.

 

Das Projekt DREI (Datenschutz-respektierende Erkennung von Innentätern) wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und hat eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren.

Weitere Informationen gibt es hier.